Abschied

Willi
1912
1998

Gevatter Tod war wieder da,
schlich sich ein, als niemand ihn sah.
Des Alten Weise schien noch längst nicht verklungen
und das letzte Lied zu Ende nicht gesungen,
da winkte Gevatter mit aller seiner List,
und der Alte sein irdisches Dasein vergisst.
Da hört er die Eltern: Kind komm mal her,
in der Ewigkeit ist es ohne dich schwer.
Und die Freunde aus längst vergangener Zeit
versprechen ihm neue Gemeinsamkeit.
Als all dies den Alten nicht kann bewegen,
da verspricht ihm Gevatter den Frieden, den Segen
und zeigt ihm das Bild der verstorbenen Frau,
da wusste der Alte die Entscheidung genau.
In Gedanken zu den Kindern ein letztes Adieu:
Wir sehen uns wieder in Gevatters Milieu.
Gönnt mir derweil mit der Liebsten die Ruh,
dies ruf ich euch aus meiner neuen Welt zu!

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